In unserer Leipziger Nikolaikirche haben am 6. Dezember 2014 die  Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 850-jährigen Bestehens begonnen. Am Morgen des Nikolaustages erinnerte im Festgottesdienst Sachsens Landesbischof Jochen Bohl in seiner Predigt an die friedliche Revolution vor 25 Jahren. Heute lebten auch die Menschen in Ostdeutschland „in einer demokratischen Gesellschaft, in der die Bürgerrechte garantiert sind“, sagte Bohl. Seine internationale Bekanntheit erlangte das traditionsreiche Gotteshaus insbesondere durch die Friedensgebete, die seit 1982 in der Kirche stattfinden. Sie bereiteten den Weg für die Leipziger Montagsdemonstrationen 1989, die ein wichtiger Baustein für die friedliche Revolution in der DDR waren. Mit Blick auf internationale Krisengebiete wie in Syrien, dem Irak, im Nahen Osten oder der Ostukraine betonte der Bischof, dass jedoch auch unübersehbar sei, „wie sehr wir in einer Risikogesellschaft leben“. Bohl sagte: „Besonnenes Handeln nach dem Maß weltlicher Erkenntnis ist notwendig, um den Frieden zu bewahren.“

Beim anschließenden Empfang kam es nach den obligatorischen Grußworten zu angeregten Gesprächen. Solche Begegnungen leben ja auch davon, dass alte Bekanntschaften aufgefrischt, Erinnerungen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft werden.

Festkonzert2Am Nachmittag dieses Tages hatte die Gemeinde mit Unterstützung der Stadtwerke Leipzig zu einem Festkonzert in die Nikolaikirche eingeladen. Bereits vor Konzertbeginn musste das Gotteshaus wegen Überfüllung geschlossen werden. Nikolaikantor Jürgen Wolf präsentierte Benjamin Brittens Oratorium „St. Nicolas“. Ausführende waren Chor und Orchester des Musikgymnasiums Schloss Belvedere in Weimar. Mit stehenden Ovationen und minutenlangen Beifall wurden die Musiker zum Abschluss von einem dankbaren Publikum belohnt.