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Feiern zum 9. Oktober 1989 in diesem Jahr getrübt: Landeskirchenamt will der Nikolaikirche ihre Eigenständigkeit nehmen – Kirchenvorstände stellen Forderungen auf

Die Kirchenvorstände von St. Nikolai und St. Thomas wenden sich mit folgenden Forderungen an die Öffentlichkeit und an das Landeskirchenamt:

  • Die Kirchgemeinden um die Nikolaikirche und die Thomaskirche müssen eigenständig und handlungsfähig bleiben, um ihre jeweils unterschiedlichen Aufgaben zu erfüllen und ihre Profile zu bewahren!
  • Das Landeskirchenamt soll dem Beschluss, der in der Leipziger Bezirkssynode bereits 2018 für den Struktur- und Stellenplan gefasst wurde und zwei eigenständige Gemeinden mit je eigenem Pfarramt vorsieht, nicht weiterhin die Genehmigung versagen.
  • Das Landeskirchenamt soll Mut zeigen und beiden Kirchgemeinden in der „Region Innenstadt“ eine flexible Zusammenarbeit ermöglichen und keine starren Strukturen vorschreiben.
  • Die Arbeit von St. Nikolai und St. Thomas mit ihrer je eigenen breiten Wirkungskraft soll gefördert und nicht behindert werden.

Beide Kirchenvorstände erhielten überraschend kurz vor der Sommerpause im Juli 2021 einen Bescheid des Landeskirchenamtes. Dieser forderte beide Gemeinden auf, zum 1. Januar 2022 eine „Strukturverbindung“ einzugehen. Gemeint ist damit entweder ein sogenanntes „Schwesternkirchverhältnis“ oder mittelfristig sogar eine Fusion der beiden überregional bekannten und unterschiedlich geprägten Kirchgemeinden. Schon ein „Schwesternkirchverhältnis“ zieht nach sich, dass es nur noch ein Pfarramt und eine Pfarramtsleitung gibt und nur noch eine der beiden Gemeinden wäre Anstellungsträger für die Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst, also Pfarrern, Kantoren, Gemeindepädagogen und ggf. weiteren Profil prägenden Mitarbeitenden. Der Bescheid aus dem Landeskirchenamt schlägt ohne Begründung als Sitz des Pfarramtes und als anstellende Gemeinde St. Thomas vor. Die Nikolaigemeinde würde ihre Eigenständigkeit verlieren.

Vertreter*innen des Kirchenvorstandes von St. Nikolai beklagen: „Die rechtliche Verortung von Pfarrer, Kantor und Gemeindepädagogen in einer anderen Gemeinde würde die Bindung an St. Nikolai schwächen und künftige Stellenbesetzungsverfahren könnten nicht mehr von unserem Kirchenvorstand gesteuert werden“. Vertreter*innen des Kirchenvorstandes von St. Thomas weisen darauf hin, dass sie „angesichts der vielfältigen Aufgaben in beiden Gemeinden eine solche Strukturverbindung für völlig unangemessen“ halten. „Beide Kirchen haben eine über 800-jährige Tradition und sind als Heimatstätte des Thomanerchors bzw. als Ort der Friedlichen Revolution weltbekannt. Beides miteinander zu vermischen bzw. organisatorisch zu vereinen, würde der Arbeit beider Kirchen massiv schaden. Hier wird ohne Not versucht, eine Strukturveränderung „auf Teufel komm raus“ durchzudrücken, obwohl sich noch nicht einmal (finanzielle) Vorteile daraus ergeben und das Strukturgesetz der sächsischen Landeskirche selbst Ausnahmen vorsieht.“
Beide Kirchenvorstände haben daher jeweils Wiederspruch gegen den Bescheid eingelegt. Noch hoffen sie, das Landeskirchenamt zu überzeugen, die o.g. bereits 2018 von der Leipziger Bezirkssynode getroffene Entscheidung endlich zu genehmigen. Wenn nötig, sind beide Gemeinden entschlossen, weitere rechtliche Schritte gegen den Bescheid des Landeskirchenamtes zu unternehmen. In ihrer Antwort an das Landeskirchenamt haben beide Kirchenvorstände deutlich gemacht, dass sie keine Strukturverbindung zur Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgaben und auch nicht zur Zusammenarbeit benötigen. Dort wo sinnvoll und möglich gäbe es bereits Felder der Zusammenarbeit. Der Wegfall eines der beiden Pfarrämter – wahrscheinlich das von St. Nikolai – würde die Aufgabenerfüllung sogar behindern.

Thomaskirchenpfarrerin Britta Taddiken betont: „Neben vielem anderem ist die Thomaskirche vor allem Heimatstätte des Thomanerchors. Neben ihrem geistlichen Auftrag hat die Gemeinde Musik und Bildung zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit gemacht.“ Ihr Kollege Pfarrer Martin Hundertmark ergänzt: „In der nach einer Gemeindefusion vor einigen Jahren zur Kirchgemeinde St. Thomas dazu gekommenen Lutherkirche bauen wir seit längerer Zeit ein geistliches Zentrum für den Bildungscampus forum thomanum auf“.

Nikolaipfarrer Bernhard Stief verdeutlicht: „Die Nikolaikirche wird vor allem als Ort der Friedlichen Revolution von 1989 und Ort der montäglichen Friedensgebete wahrgenommen. Sie ist mit über 850 Jahren die älteste und größte Kirche in unserer Stadt und hat eine besondere Tradition als Stadtkirche. Seit der Reformation ist sie durchgehend bis heute Sitz des Superintendenten, eine Tradition, die durch die geforderte Strukturverbindung beendet würde. Zur Nikolaikirche gehört seit sieben Jahren auch die Heilig-Kreuz-Kirche im Leipziger Osten wo sie vor allem an Benachteiligte, Migrant*innen und junge Menschen gewiesen wird. Seit den 1980er Jahren lädt die Nikolaikirche mit dem Slogan „offen für alle“ ein“.

Die NIKOLAIKIRCHE und die THOMASKIRCHE sind Markennamen. Durch ihre je eigenen Schwerpunkte haben St. Nikolai und St. Thomas eine breite Wirkungskraft. Diese durch eine unnötige Verkomplizierung der Verwaltungsarbeit durch die Strukturverbindung zu schmälern, kann weder im Interesse der Menschen vor Ort noch der Gesamtkirche sein. Beide Gemeinden würden darunter leiden. Voraussichtlich die Nikolaigemeinde würde mit ihren Schwerpunkten auf der Strecke bleiben.

Am Sonntag, dem 3. Oktober, fand um 18 Uhr ein Abendgottesdienst statt in der Heilig-Kreuz-Kirche zum Thema “ZusammenWachsen”.

Gestaltet wurde der Abendgottesdienst von Pfarrer Bernhard Stief, Gemeindepädagogin Christiane Heinrich und dem Vorbereitungsteam. Für die Musik war die JG-Band unserer Jungen Gemeinde (JG) verantwortlich, das Anspiel gestaltete der Junge-Erwachsenen-Kreis (JEK).

Mehr Informationen zu den Abendgottesdiensten gibt es unter abendgottesdienst.stnikolai.de

Wer den Gottesdienst verpasst hat oder ihn nochmals ansehen will, kann sich den Mitschnitt ansehen:

Am Sonntag, dem 12.9., um 10 Uhr wollen wir gemeinsam mit dem Segen Gottes in das neue Schul-, Kindergarten- und Arbeitsjahr starten.

Im Familiengottesdienst erleben wir ein Kindermusical, was Kinder der Nikolai- und Thomasgemeinde in der letzten Ferienwoche mit den Gemeindepädagoginnen Nicolle Ziera und Christiane Heinrich und engagierten Ehrenamtlichen erarbeitet haben. Die Lieder stammen aus dem Kindermusical Israel in Ägypten von Thomas Riegler, der Text von Christiane Heinrich. Die musikalische Leitung hat Sr. Maria Wolfsberger.

Besonders herzlich sind alle SchulanfängerInnen mit ihren Familien willkommen! Vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Am Eingang bitte etwas Zeit einplanen zur Registrierung per Corona-Warn-App oder schriftliche Angabe der Kontaktdaten.

Liebe Gemeinde, liebe Freunde der Nikolaikirche,

in diesem Jahr lädt Sie der Ausschuss für Gemeindebildung zum STADTRADELN ein.
STADTRADELN ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei ist es egal, ob man bereits jeden Tag fährt oder bisher eher selten mit dem Rad unterwegs ist. Jeder Kilometer zählt – erst recht wenn man ihn sonst mit dem Auto zurückgelegt hätte.

Wir wollen als Team der Nikolaigemeinde antreten und zwischen dem 10.9.2021 und dem 30.9.2021 so viele Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen wie möglich. Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich.

Jeder, der zusammen mit uns fahren möchte, kann sich in unser Team eintragen. Es ist dabei nicht entscheidend, ob man ein offizielles Mitglied der Gemeinde ist und wo die Kilometer gefahren werden.

Wenn Sie Lust haben, teilzunehmen, registrieren Sie sich bis zum 17.9.2021 in unserem Team “Nikolaigemeinde” unter folgendem Link: https://www.stadtradeln.de/index.php?id=171&L=0&team_preselect=61426

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an den Teamkapitän Cosima v. Hohenthal unter pfarramt@nikolaikirche.de. Weitere Informationen finden Sie auch auf https://www.stadtradeln.de/leipzig.

Wir freuen uns auf Sie!

Anselm Grün & Clemens Bittlinger

Herzliche Einladung zum Dialogkonzert mit Pater Anselm Grün und Liedermacher Clemens Bittlinger am Sonntag, 10. Oktober, 17 Uhr in der Nikolaikirche.

In einem multimedialen Dialogkonzert entfalten der Benediktinerpater Anselm Grün und der Liedermacher Clemens Bittlinger die einzelnen Bitten eines Mut machenden und trostvollen Gebetes und interpretieren sie ganz neu für unsere Zeit. „Die Worte dieses Gebetes sind erfüllt von dem Glauben, mit dem viele Generationen ihr Leben bewältigt haben. Sie sagen mir: ‘Du bist nicht allein. Wir sind bei dir. Wir stärken dir den Rücken. Wir beten mit dir. Und wir sagen dir: Auch dein Leben wird gelingen!’“ so Pater Anselm Grün. Der Liedermacher und Pfarrer Clemens Bittlinger greift mit seinen einfühlsamen Liedern die einzelnen Gedanken auf und führt sie weiter. Immer wieder ist das Konzertpublikum eingeladen mitzusingen und sich einzustimmen auf die heilsamen Schwingungen dieses Gebetes. Musikalisch begleitet wird er dabei von dem kongenialen Schweizer Pianisten David Plüss und dem Multiinstrumentalisten David Kandert.

Für das Konzert ist aufgrund des Hygienekonzeptes die 3-G-Regel zu beachten (genesen oder geimpft oder getestet). Nur so können viele Menschen Zugang erhalten. Das Konzert kostet 15 Euro im Vorverkauf (an der Abendkasse 18 Euro).

Nach einem intensiven und gestaffelten Findungsprozess hat der Kirchenvorstand der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde St. Nikolai Leipzig den 30-jährigen Markus Kaufmann aus Quedlinburg zum neuen Kantor gewählt.

Markus Kaufmann, dessen Begabung am Klavier, Orgel und Cembalo an der Musikschule des Landkreises Zwickau intensiv gefördert wurde, erhielt Sonder- und Bundesauszeichnungen bei Jugend musiziert. Von 2010 bis 2016 studierte er an der Hochschule für Kirchenmusik und an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ in Dresden u.a. in den Orgelklassen von Frauenkirchenorganist Samuel Kummer und Prof. Martin Strohhäcker. Für sein Abschlusskonzert im Rahmen des künstlerischen A-Examens in der Dresdner Frauenkirche, in der eine eigene Orgelfassung des Till Eulenspiegel von Richard Strauss präsentierte, bekam er eine Auszeichnung. Im September 2015 wurde ihm beim Internationalen Orgel-Wettbewerb Vilnius als Finalist eines der drei Diploma verliehen. Die erste CD-Einspielung der Symphonie aus der neuen Welt von Antonín Dvořák gemeinsam mit seinem Bruder Pascal führte beide Musiker 2019 in die Dresdner Frauenkirche.

Markus Kaufmann wirkt zurzeit als A-Kirchenmusiker und Intendant des Quedlinburger Musiksommer in der Welterbestadt Quedlinburg.

Ein Dienstbeginn an der Nikolaikirche Leipzig wird für den 1. Advent 2021 angestrebt.

Am Sonntag, dem 11. Juli, fand um 18 Uhr ein Abendgottesdienst statt in der Heilig-Kreuz-Kirche zum Thema “Ist das wichtig oder kann das weg?”.

Gestaltet wurde der Abendgottesdienst von Pfarrer Bernhard Stief, Gemeindepädagogin Christiane Heinrich und dem Vorbereitungsteam. Für die Musik war die JG-Band unserer Jungen Gemeinde (JG) verantwortlich, das Anspiel gestaltete der Junge-Erwachsenen-Kreis (JEK).

Mehr Informationen zu den Abendgottesdiensten gibt es unter abendgottesdienst.stnikolai.de

Wer den Gottesdienst verpasst hat oder ihn nochmals ansehen will, kann sich den Mitschnitt ansehen:

Liebe Freundinnen und Freunde der Orgelmusik,

ich lade Sie herzlich ein zu unseren Konzerten im Leipziger »Orgelherbst«, der schon am Mittwoch, 28. Juli, mit dem Eröffnungskonzert zu Johann Sebastian Bachs 271. Todestag beginnt. Bis Ende Oktober reisen auch in diesem Jahr wieder Organist*innen aus dem In- und Ausland an, um Ihnen samstags um 17 Uhr vielfältige Konzertprogramme zu Gehör zu bringen.
Unsere 5-manualige Ladegast-Eule-Orgel mit ihren 103 Registern und 6.804 Orgelpfeifen erwartet Sie. Möge die »Königin der Instrumente« Sie berühren!

Allen Besucherinnen und Besuchern einen besonderen Hörgenuss an diesem Ort der Friedlichen Revolution wünscht Sr. Maria Wolfsberger (derzeit Organistin und Organisatorin der Kirchenmusik an St. Nikolai)

 

Mehr Informationen gibt es im Flyer des Orgelherbstes 2021

Aufruf zur Kundgebung am 21. Mai 2021 um 18.00 Uhr

Sie leben unter uns – Menschen jüdischen Glaubens. Wir sind froh und dankbar, dass sich in unserer Stadt nach dem Verbrechen des Holocaust in der Zeit des Nationalsozialismus und seit der Friedlichen Revolution 1989 jüdisches Leben neu entwickelt hat. Wir bejahen die religiöse Vielfalt in der Stadtgesellschaft. Umso erschrockener sind wir darüber, dass mitten unter uns immer wieder Judenhass ausbricht.
Leider müssen wir feststellen: Antisemitismus ist nicht Vergangenheit. Gesellschaftliche Probleme auf ein „Weltjudentum“ abzuwälzen, Juden für eine angebliche „Weltverschwörung“ verantwortlich zu machen und daraus gewalttätige Judenfeindlichkeit abzuleiten – das richtet mitten unter uns großen Schaden an. Das Leben von Menschen jüdischen Glaubens zu bedrohen, Synagogen zu beschädigen und diese Gewalt mit der Politik der Regierung von Israel zu rechtfertigen, ist unerträglich. All das bedroht das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt und ruft unseren entschiedenen Widerstand auf den Plan.
Lasst uns ein deutliches Zeichen der Solidarität mit jüdischen Bürgerinnen und Bürgern, der Israelitischen Religionsgemeinde und ihren Einrichtungen setzen. Lasst uns eintreten für Toleranz, Gewaltfreiheit und Menschenrechte. Darum rufen wir auf zur

Kundgebung am Freitag, 21. Mai 2021, um 18.00 Uhr
vor dem Haupteingang des Neuen Rathaus, Martin-Luther-Ring

Es werden sprechen:

  • Oberbürgermeister Burkhard Jung
  • Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde
  • Dorothea Arndt, stellvertretende Superintendentin

Es rufen auf:

  • Oberbürgermeister Burkhard Jung
  • Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig, Superintendent Sebastian Feydt und Pfarrerin Dorothea Arndt
  • Katholische Propstei St. Trinitatis, Propst Gregor Giele
  • Förderverein Synagoge und Begegnungszentrum Leipzig e.V., Gisela Kallenbach
  • Vorsitzende – Städtepartnerschaft Leipzig–Herzliya e.V., Christopher Zenker, Vorsitzender
  • Jüdisch-christliche Arbeitsgemeinschaft, Dr. Timotheus Arndt, Vorsitzender
  • Christian Wolff, Pfarrer i.R.

“Zeit zur Klage – Raum für Hoffnung”  – Ökumenische Andacht am Sonntag, 18. April, 17 Uhr

Unter dem Motto „Zeit zur Klage, Raum für Hoffnung“ steht eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt Leipzig, der Kirchen und Religionsgemeinschaften im Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie am 18. April. Die Veranstaltung in der Nikolaikirche wird ab 17 Uhr live übertragen auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/T2pvqDs_q-o.

„Selbst im Gedenken kommen wir an den Einschränkungen, die uns die Pandemie auferlegt, nicht vorbei. Aber gerade deshalb möchte ich alle Leipzigerinnen und Leipziger sehr herzlich einladen, per Livestream in der Nikolaikirche dabei zu sein, um den Worten von persönlich Betroffenen zu folgen, die Musik zu hören und innezuhalten.“, betont Oberbürgermeister Burkhard Jung. „Lassen Sie uns gemeinsam, den Hinterbliebenen Trost spenden, uns gegenseitig Mut zusprechen und Dank sagen.“

Das Leid, das viele Menschen durch die Pandemie und ihre Folgen erfahren, hat auch in Leipzig ganz verschiedene Gesichter. Seit Beginn der Pandemie sind 473 Menschen in Leipzig an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Viele von ihnen haben ihre letzten Stunden isoliert im Krankenhaus verbracht. Sie hinterlassen trauernde Familien, Angehörige und Freunde. Durch die Ansteckungsgefahr und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen ist es schwer, der Trauer angemessen Ausdruck zu verleihen und fast unmöglich zusammenzurücken, einander beizustehen und zu trösten.

Deshalb rufen Oberbürgermeister Jung, Superintendent Sebastian Feydt und Propst Gregor Giele am Sonntag auch dazu auf, an der von Bundespräsident Steinmeier angeregten Aktion „#Lichtfenster“ teilzunehmen und als Zeichen der Anteilnahme und Verbundenheit in der Krise gut sichtbar eine Kerze in das Fenster zu stellen. „Wir wollen die Lichter gemeinsam zum Livestream im Gedenkgottesdienst anzünden und anschließend als Zeichen der Hoffnung und Verbundenheit aufstellen. Das kann im Fenster oder auch durch Bilder von Kerzen unter dem Hashtag #Lichtfenster in den Sozialen Netzwerken geschehen“, so Superintendent Feydt.

Das Gedenken für die Opfer der Corona-Pandemie ist Teil eines Bundesweiten Gedenkens an die Opfer der Coronakrise. „Es ist wichtig, dass wir den Blick auch auf unsere Stadt richten, damit wir nicht vergessen, dass hinter den Infektions- und Todeszahlen Menschen stehen, die Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Stadt, Nachbarn, Kollegen, Freunde oder Verwandte sind.“, so Propst Giele.