Eine Woche unter Palmen.

plakat1Die zweite Festwoche zum 850-jährigen Jubiläum der Leipziger Nikolaikirche war dem Kindergarten der Gemeinde von St. Nikolai sowie der Friedensthematik gewidmet. Der Kindergarten, der im Jahr 1905 als Kinderheim gegründet worden war, besteht nun 110 Jahre. Er gehört damit zu den ältesten konfessionell geprägten Kindertagesstätten der Stadt Leipzig. Wenn wir in diesem Jahr dankbar auf 25 Jahre deutsche Einheit zurückblicken, werden wir zwangsläufig an die Friedliche Revolution erinnert, die wesentlich durch die Friedensgebete an der Nikolaikirche und die Zivilcourage der Leipziger vorbereitet wurde. Das war uns Anlass, alle ehemaligen und aktiven Friedensgebetsgruppen zu einem gemeinsamen Friedensgebet einzuladen und so eine längst überfällige Begegnung zu schaffen. Darüber hinaus fand das 20. Bundesweite Vernetzungstreffen der ökumenischen Friedensgebetsgruppen erstmals über den 9. Oktober, dem entscheidenden Tag der Friedlichen Revolution im Herbst 1989, in Leipzig statt. Mit zahlreichen Teilnehmern und namhaften Referenten veranstalteten wir ein Symposium zu den Werten der Friedlichen Revolution und feierten zum Abschluss der 2. Festwoche einen Gottesdienst mit dem Friedensbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland.

2. Oktober 2015: Fachtagung für Erzieherinnen und Erzieher in Evangelischen Kindertagesstätten zum Thema:

„Ich habe das Recht, dass du mich fragst – Gelebte Partizipation im Kindergartenalltrag“

Fotos: Copyright by Andreas Birkigt

4. Oktober 2015: Familiengottesdienst zum Erntedankfest (mit dem Kindergarten von St. Nikolai)

Fotos: Copyright by Andreas Birkigt

5.Oktober 2015: Friedensgebet in der Nikolaikirche

Beim Friedensgebet zur Begegnung ehemaliger und aktiver Friedensgebetsgruppen versammelten sich am 5. Oktober um 17 Uhr hochrangige Gäste aus dem öffentlichen Leben Leipzigs sowie Gemeindeglieder und Angehörige von Friedensgebetsgruppen in der gut gefüllten Nikolaikirche zum Friedensgebet.

Einleitend gab es „Schlaglichter“. 1987 begann die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der DDR mit der Vorbereitung einer Ökumenischen Versammlung in der DDR, die dann 1988/89 in Dresden stattfand. An den Konziliaren Prozess zu „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“. erinnerten aktiven Teilnehmer von damals: Dr. Georg Pohler, Helmuth Nitzsche und Gisela Kallenbach. sup-kadenIn seiner Predigt ging Superintendent i. R. Klaus Kaden auf Lukas 13,22-30 ein. Unter dem Vers „Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes“ zielten seine Gedanken auf Tische im Mittelgang der Nikolaikirche hin, auf denen sich bereits Brot und Weintrauben für die im Friedensgebet eingeschlossene Agapefeier befanden. Sup. Kaden erinnerte noch einmal an den Beginn der Friedensgebete Anfang der 1980er Jahre und an die bewegte Zeit im Herbst 1989 und spannte dann den Bogen zur Gegenwart und damit zur aktuellen Situation der Flüchtlingsproblematik. Mit den Worten: „Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten“ forderte er am Ende seiner Predigt die nachdenklichen Zuhörer auf, die Tradition der Friedensgebete fortzusetzen. Die Predigt finden Sie hier. Pfarrer Bernhard Stief sprach nach dem Fürbittgebet den Besuchern Gottes Segen zu und lud alle in das Leipziger Bildermuseum ein. Dort begrüßte Superintendent Martin Henker die Anwesenden sehr herzlich zu diesem Empfang, der von den Jazzomatics aus Leipzig musikalisch umrahmt wurde. In Grußworten gingen Superintendent i. R. Friedrich Magirius, Leipzigs Finanz-Bürgermeister Torsten Bonew und die Bürgerrechtlerin Gesine Ottmanns (Foto u. l.) auf die Friedensgebete der Nikolaikirche ein. Da jeder von ihnen eine sehr persönliche Erinnerung daran hatte, waren diese Ausführungen für alle Zuhörer sehr kurzweilig.

Nach den Grußworten kam es beim anschließenden Stehbankett zu angeregten Gesprächen zwischen den Gastgebern, Politikern, Mitgliedern des Kirchenvorstands und den übrigen Gästen. Solche Begegnungen leben ja auch davon, dass alte Bekanntschaften aufgefrischt, Erinnerungen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft werden. Fotos: Copyright by Andreas Birkigt

7. Oktober : Podiumsdiskussion und Filmaufführung „Nikolaikirche“

 

 

 

Im Publikum befanden sich u.a.: Frau Rotta (Witwe von Erich Loest) sowie sein Sohn Thomas. Fotos: Copyright by Andreas Birkigt

8. Oktober: Einweihung der Südkapelle

Musikalisch umrahmt wurde diese Feierstunde von Nikolaikantor Jürgen Wolf sowie Claire Gascoin (Gesang) und Magdalena Pille (Barockvioline). In einer kurzen geistlichen Besinnung sprach Superintendent Martin Henker seine Hoffnung aus: „Möge dieser Raum ein Ort für unsere Kirche und unsere Stadt sein“. Damit betonte er, dass die Südkapelle von St. Nikolai ein Raum sein sollte, der vornehmlich für Belange der Öffentlichkeit (Ausstellungen, Begegnungszentrum u. ä.) vorgesehen  ist. Mit dem Lied: „Nun danket alle Gott“ einem Gebet und dem Vaterunser wurde die Südkapelle dann offiziell geweiht.

Pfarrer Stief und bedankte sich ebenfalls bei allen am Bau beteiligten Institutionen, dem Förderverein sowie allen ausführenden Handwerkern für ihr Engagement und gab anschließend einen kurzweiligen Rückblick auf die Geschehnisse während der Sanierung. Aus der Abstellkammer von St. Nikolai ist ein wahres Kleinod geworden. In einem Grußwort erinnerte Dr. Thomas Feist als Vertreter der CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag an Ereignisse, die sich auch als wunderbare Fügungen zur Finanzierung der Renovierungsarbeiten herausstellten. In einer Zeit, wo viele Menschen Ängste haben, ist das Danken an Gott sehr wichtig, sagte Dr. Feist zum Abschluss seiner Ausführungen. Fotos: Copyright by Andreas Birkigt

Freitag, 9.Oktober 2015:

Friedensgebet in der Nikolaikirche Friedensgebet der Kinder zum Thema: „Friedensengel auf dem Schulhof“ 17 Uhr Friedensgebet in der Nikolaikirche zum Thema: „Band des Friedens“ anlässlich des deutschlandweiten Vernetzungswochenende der Friedensgebetsgruppen in Leipzig Die Predigt hielt Pfarrer Bernhard Stief. Musikalisch umrahmt wurde das Friedensgebet vom Kammerchor der Schola Cantorum Leipzig. Im Anschluss folgte die  „Rede zur Demokratie“.

Fotos: Copyright by Andreas Birkigt

10. Oktober: Symposium in der Medienstiftung Villa Ida

Symposium der Stiftung Friedliche Revolution in Zusammenarbeit mit der Nikolaikirchgemeinde zum Thema: „Die Werte der friedlichen Revolution von 1989 als Handlungsanleitung für heute!“ Mit der Losung „Nikolaikirche – offen für alle“ öffnete sich in den 80er Jahren die Kirche für alle Rand- und Protestgruppen ohne Rücksicht auf ideologische und religiöse Ansichten.

In vier Arbeitsgruppen wurde darüber diskutiert, ob die Werte der Friedlichen Revolution von 1989 als Handlungsanleitung für heute noch ihre Gültigkeit haben. Arbeitsgruppe 1: „Wir sind das Volk“ – Referent Konrad Weiß Arbeitsgruppe 2: „Keine Gewalt“ – Referentin Cornelia Brinkmann Arbeitsgruppe 3: „Offen für alle“ – Referentin Ruth Misselwitz Arbeitsgruppe 4: „Schwerter zu Pflugscharen“ –Referent Jürgen Grässlin Nach dem Symposium traf man sich in unterschiedlichen Gruppen um entweder ein Orgelkonzert zu besuchen, eine Führung durch das ehemalige Gebäude der Staatssicherheit zu erleben oder bei einem Stadtrundgang sich noch einmal auf den Spuren der Friedlichen Revolution zu begeben. Der Tag klang bei einem Empfang in der Alten Handelsbörse aus. Fotos: Copyright by Andreas Birkigt

11. Oktober: Festgottesdienst zum Abschluss der 2. Festwoche

Mit einem Gottesdienst ging am Sonntag die zweite Festwoche im Rahmen des Jubiläums „850 Jahre Nikolaikirche“ zu Ende. In der gut gefüllten Nikolaikirche begrüßten Superintendent Martin Henker und Nikolaipfarrer Bernhard Stief als Gastprediger Pastor Renke Brahms, Superintendent in der Bremischen Landeskirche.

Fotos: Copyright by Andreas Birkigt