Am Nikolaustag, dem 6. Dezember 2014, wurde das Jubiläumsjahr der Nikolaikirche eröffnet. Bis zum Nikolaustag 2015 feiert die Gemeinde mit zahlreichen Gästen das 850jährige Bestehen ihrer Stadt- und Pfarrkirche.

Im Festgottesdienst am Morgen sagte Landesbischof Bohl in seiner Predigt: „Der heilige Nikolaus wurde von vielen Städten als Schutzpatron gewählt und die bürgerlichen Hauptkirchen der Städte nach ihm benannt, so auch diese. Über den Bischof von Myra und sein Leben am Anfang des 4. Jahrhunderts in der heutigen Türkei wissen wir nur wenig, aber zahlreiche Bräuche verbinden sich mit ihm und dem heutigen Tag, der seinen Namen trägt: das Einlegen von Geschenken in die Stiefel der Kinder; und ihre Befragung, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien; oder der „Kinderbischof“, den die Kinder aus ihren Reihen wählen durften; was hier und da wieder auflebt. …

Die Stadt Leipzig, als sie sich auf Nikolaus berief, hatte eine klare Vorstellung von der Berufung der Menschenkinder und von der Weise ihres Zusammenlebens. Vom Wert der Arbeit, von der Verpflichtung eines jeden und einer jeden, zum Guten beizutragen, das nur gemeinsam gefunden werden kann und allen Bürgerinnen und Bürgern zukommt, weil sie ja als geliebte Kinder ihres himmlischen Vaters angesehen werden. Darüber hat sich ein Reichtum der Gaben entfaltet, der uns im Rückblick staunen lässt … vor 475 Jahren der erste reformatorische Gottesdienst in Leipzig, vor fast 300 Jahren die Amtseinführung von J. S. Bach, 1989 dann die Friedensgebete, Beginn und Ausgang der friedlichen Revolution hier in der Stadtkirche St. Nikolai.“ Die Predigt nahm das Motto des Jubiläums auf, das dem Buch des Propheten Jeremia entnommen wurde (Kapitel 29 Vers 7): „Suchet der Stadt Bestes (dahin ich euch habe wegführen lassen) und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s auch euch wohl.

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Während die Erwachsenen auf die Worte des Landesbischofs lauschten, erlebten die Kinder spielerisch eine der vielen Legenden um den Bischof Nikolaus mit. Im Anschluss erhielt jedes Kind einen Nikolaus aus Pfefferkuchenteig von der Bäckerei Göbecke.

Beim Kirchenkaffee mit Sektempfang wurden Grußworte von Oberbürgermeister Burkhard Jung, Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer und Superintendent in Ruhe Friedrich Magirius gesprochen.

Ein Festkonzert in der dicht besetzten Nikolaikirche war am Nachmittag zu erleben. Der Chor und das Orchester des Musikgymnasiums Schloss Belvedere aus Weimar musizierten unter der Leitung von Nikolaikantor Jürgen Wolf die Streichersonate von Edward Elgar und die Kantate „Sanct Nicolas“ von Benjamin Britten. Die Resonanz war überwältigend. Die Kosten für das Konzert wurden von den Stadtwerken Leipzig getragen.

Alles in allem war es ein gelungener Auftakt für ein Jubiläum einer so bedeutenden Kirche. Das bevorstehende Programm ist anspruchsvoll und lässt gespannt sein.