Anselm Grün & Clemens Bittlinger

Wir sehnen uns nach Geborgenheit, nach Frieden und nach Glück. Wir spüren die Zerrissen heit und den Unfrieden in uns selbst. Wir ahnen, dass der Frieden, die Geborgenheit und das Glück, nach dem wir uns sehnen, in uns selbst entstehen und wachsen muss. Der Frieden beginnt da, wo jemand die Kraft und den Mut findet als erster die Hand zur Versöhnung auszustrecken. Ein altes Gebet, das die Mönche seit über 1600 Jahren jeden Abend beten, eilt uns dabei zur Seite: „Herr kehre ein in dieses Haus und lass deine heiligen Engel darin wohnen. Sie mögen uns in Frieden behüten. Und dein heiliger Segen sei allezeit über uns und um uns und in uns. Darum bitten wir durch Christus unsern Herrn. Amen“

In einem multimedialen Dialogkonzert entfalten der Benediktiner pater Anselm Grün und der Liedermacher Clemens Bittlinger die einzelnen Bitten dieses Mut machenden und trostvollen Textes und interpretieren sie aktuell und ganz neu für unsere Zeit. „Die Worte dieses Gebetes sind erfüllt von dem Glauben, mit dem viele Generationen ihr Leben bewältigt haben. Die Worte lassen uns teilhaben an der Erfahrung von Geborgenheit am Ende des Tages, an der Erfahrung von Vertrauen in Gottes Schutz in der Nacht. Die Worte sind voll von der Glaubenskraft und Lebenskraft vieler Menschen vor mir. Wenn ich diese Worte spreche, kann ich mir daher vorstellen: Hinter mir stehen viele Menschen, meine Eltern und Großeltern, die dieses Gebet auch manchmal gebetet haben, und all die Mönche, die es täglich beten. Sie sagen mir: ‘Du bist nicht allein. Wir sind bei dir. Wir stärken dir den Rücken. Wir beten mit dir. Und wir sagen dir: Auch dein Leben wird gelingen!’“ so Pater Anselm Grün. Der Liedermacher und Pfarrer Clemens Bittlinger greift mit seinen einfühlsamen Liedern die einzelnen Gedanken auf und führt sie weiter. Immer wieder ist das Konzertpublikum eingeladen mitzusingen und sich einzustimmen auf die heilsamen Schwingungen dieses Gebetes. Musikalisch begleitet wird er dabei von dem kongenialen Schweizer Pianisten David Plüss und dem Multiinstrumentalisten David Kandert.

Pater Anselm Grün und Clemens Bittlinger kennen sich seit vielen Jahren. Bei den großen Kirchentagen sind ihre legendären gemeinsamen Konzertabende zur jeweiligen Losung kaum mehr wegzudenken. Dass dabei auch der Humor nicht zu kurz kommt dafür steht die enge Verbindung der beiden.

Nach einem intensiven und gestaffelten Findungsprozess hat der Kirchenvorstand der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde St. Nikolai Leipzig den 30-jährigen Markus Kaufmann aus Quedlinburg zum neuen Kantor gewählt.

Markus Kaufmann, dessen Begabung am Klavier, Orgel und Cembalo an der Musikschule des Landkreises Zwickau intensiv gefördert wurde, erhielt Sonder- und Bundesauszeichnungen bei Jugend musiziert. Von 2010 bis 2016 studierte er an der Hochschule für Kirchenmusik und an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ in Dresden u.a. in den Orgelklassen von Frauenkirchenorganist Samuel Kummer und Prof. Martin Strohhäcker. Für sein Abschlusskonzert im Rahmen des künstlerischen A-Examens in der Dresdner Frauenkirche, in der eine eigene Orgelfassung des Till Eulenspiegel von Richard Strauss präsentierte, bekam er eine Auszeichnung. Im September 2015 wurde ihm beim Internationalen Orgel-Wettbewerb Vilnius als Finalist eines der drei Diploma verliehen. Die erste CD-Einspielung der Symphonie aus der neuen Welt von Antonín Dvořák gemeinsam mit seinem Bruder Pascal führte beide Musiker 2019 in die Dresdner Frauenkirche.

Markus Kaufmann wirkt zurzeit als A-Kirchenmusiker und Intendant des Quedlinburger Musiksommer in der Welterbestadt Quedlinburg.

Ein Dienstbeginn an der Nikolaikirche Leipzig wird für den 1. Advent 2021 angestrebt.

Am Sonntag, dem 11. Juli, fand um 18 Uhr ein Abendgottesdienst statt in der Heilig-Kreuz-Kirche zum Thema “Ist das wichtig oder kann das weg?”.

Gestaltet wurde der Abendgottesdienst von Pfarrer Bernhard Stief, Gemeindepädagogin Christiane Heinrich und dem Vorbereitungsteam. Für die Musik war die JG-Band unserer Jungen Gemeinde (JG) verantwortlich, das Anspiel gestaltete der Junge-Erwachsenen-Kreis (JEK).

Mehr Informationen zu den Abendgottesdiensten gibt es unter abendgottesdienst.stnikolai.de

Wer den Gottesdienst verpasst hat oder ihn nochmals ansehen will, kann sich den Mitschnitt ansehen:

Liebe Freundinnen und Freunde der Orgelmusik,

ich lade Sie herzlich ein zu unseren Konzerten im Leipziger »Orgelherbst«, der schon am Mittwoch, 28. Juli, mit dem Eröffnungskonzert zu Johann Sebastian Bachs 271. Todestag beginnt. Bis Ende Oktober reisen auch in diesem Jahr wieder Organist*innen aus dem In- und Ausland an, um Ihnen samstags um 17 Uhr vielfältige Konzertprogramme zu Gehör zu bringen.
Unsere 5-manualige Ladegast-Eule-Orgel mit ihren 103 Registern und 6.804 Orgelpfeifen erwartet Sie. Möge die »Königin der Instrumente« Sie berühren!

Allen Besucherinnen und Besuchern einen besonderen Hörgenuss an diesem Ort der Friedlichen Revolution wünscht Sr. Maria Wolfsberger (derzeit Organistin und Organisatorin der Kirchenmusik an St. Nikolai)

 

Mehr Informationen gibt es im Flyer des Orgelherbstes 2021

Aufruf zur Kundgebung am 21. Mai 2021 um 18.00 Uhr

Sie leben unter uns – Menschen jüdischen Glaubens. Wir sind froh und dankbar, dass sich in unserer Stadt nach dem Verbrechen des Holocaust in der Zeit des Nationalsozialismus und seit der Friedlichen Revolution 1989 jüdisches Leben neu entwickelt hat. Wir bejahen die religiöse Vielfalt in der Stadtgesellschaft. Umso erschrockener sind wir darüber, dass mitten unter uns immer wieder Judenhass ausbricht.
Leider müssen wir feststellen: Antisemitismus ist nicht Vergangenheit. Gesellschaftliche Probleme auf ein „Weltjudentum“ abzuwälzen, Juden für eine angebliche „Weltverschwörung“ verantwortlich zu machen und daraus gewalttätige Judenfeindlichkeit abzuleiten – das richtet mitten unter uns großen Schaden an. Das Leben von Menschen jüdischen Glaubens zu bedrohen, Synagogen zu beschädigen und diese Gewalt mit der Politik der Regierung von Israel zu rechtfertigen, ist unerträglich. All das bedroht das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt und ruft unseren entschiedenen Widerstand auf den Plan.
Lasst uns ein deutliches Zeichen der Solidarität mit jüdischen Bürgerinnen und Bürgern, der Israelitischen Religionsgemeinde und ihren Einrichtungen setzen. Lasst uns eintreten für Toleranz, Gewaltfreiheit und Menschenrechte. Darum rufen wir auf zur

Kundgebung am Freitag, 21. Mai 2021, um 18.00 Uhr
vor dem Haupteingang des Neuen Rathaus, Martin-Luther-Ring

Es werden sprechen:

  • Oberbürgermeister Burkhard Jung
  • Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde
  • Dorothea Arndt, stellvertretende Superintendentin

Es rufen auf:

  • Oberbürgermeister Burkhard Jung
  • Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig, Superintendent Sebastian Feydt und Pfarrerin Dorothea Arndt
  • Katholische Propstei St. Trinitatis, Propst Gregor Giele
  • Förderverein Synagoge und Begegnungszentrum Leipzig e.V., Gisela Kallenbach
  • Vorsitzende – Städtepartnerschaft Leipzig–Herzliya e.V., Christopher Zenker, Vorsitzender
  • Jüdisch-christliche Arbeitsgemeinschaft, Dr. Timotheus Arndt, Vorsitzender
  • Christian Wolff, Pfarrer i.R.

“Zeit zur Klage – Raum für Hoffnung”  – Ökumenische Andacht am Sonntag, 18. April, 17 Uhr

Unter dem Motto „Zeit zur Klage, Raum für Hoffnung“ steht eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt Leipzig, der Kirchen und Religionsgemeinschaften im Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie am 18. April. Die Veranstaltung in der Nikolaikirche wird ab 17 Uhr live übertragen auf unserem YouTube-Kanal: https://youtu.be/T2pvqDs_q-o.

„Selbst im Gedenken kommen wir an den Einschränkungen, die uns die Pandemie auferlegt, nicht vorbei. Aber gerade deshalb möchte ich alle Leipzigerinnen und Leipziger sehr herzlich einladen, per Livestream in der Nikolaikirche dabei zu sein, um den Worten von persönlich Betroffenen zu folgen, die Musik zu hören und innezuhalten.“, betont Oberbürgermeister Burkhard Jung. „Lassen Sie uns gemeinsam, den Hinterbliebenen Trost spenden, uns gegenseitig Mut zusprechen und Dank sagen.“

Das Leid, das viele Menschen durch die Pandemie und ihre Folgen erfahren, hat auch in Leipzig ganz verschiedene Gesichter. Seit Beginn der Pandemie sind 473 Menschen in Leipzig an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Viele von ihnen haben ihre letzten Stunden isoliert im Krankenhaus verbracht. Sie hinterlassen trauernde Familien, Angehörige und Freunde. Durch die Ansteckungsgefahr und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen ist es schwer, der Trauer angemessen Ausdruck zu verleihen und fast unmöglich zusammenzurücken, einander beizustehen und zu trösten.

Deshalb rufen Oberbürgermeister Jung, Superintendent Sebastian Feydt und Propst Gregor Giele am Sonntag auch dazu auf, an der von Bundespräsident Steinmeier angeregten Aktion „#Lichtfenster“ teilzunehmen und als Zeichen der Anteilnahme und Verbundenheit in der Krise gut sichtbar eine Kerze in das Fenster zu stellen. „Wir wollen die Lichter gemeinsam zum Livestream im Gedenkgottesdienst anzünden und anschließend als Zeichen der Hoffnung und Verbundenheit aufstellen. Das kann im Fenster oder auch durch Bilder von Kerzen unter dem Hashtag #Lichtfenster in den Sozialen Netzwerken geschehen“, so Superintendent Feydt.

Das Gedenken für die Opfer der Corona-Pandemie ist Teil eines Bundesweiten Gedenkens an die Opfer der Coronakrise. „Es ist wichtig, dass wir den Blick auch auf unsere Stadt richten, damit wir nicht vergessen, dass hinter den Infektions- und Todeszahlen Menschen stehen, die Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Stadt, Nachbarn, Kollegen, Freunde oder Verwandte sind.“, so Propst Giele.

Freiheit und Verantwortung. Mit diesen Themen setzten sich die Konfirmanden und die Junge Gemeinde in den letzten Wochen auseinander. Die Passionszeit ist seit alters her eine nachdenkliche Zeit. Menschen denken vor Gott über gelungene und gebrochene Lebenswege nach, über Schuld und Vergebung. Aus diesem Themenkomplex entstand ein Passionsspiel. Die Botschaft ist hoffnungsvoll: Gott nimmt uns Menschen an, wie wir sind. Zugleich führt er uns in die Verantwortung. Das wollen wir mit unserem Stück weitergeben. Vielen Dank an die Konfirmanden, die die Jesusgeschichten wunderbar mit Leben füllten, vielen Dank an die Junge Gemeinde, deren intensive Auseinandersetzung mit dem Thema man ihrem Spiel abspürt, und an die tolle Filmcrew unter Leitung von Lukas Gensel, die den coronagerechten Dreh ermöglichte. Im Gottesdienst am Sonntag, 21. März um 17 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche kann man Szene 1-5 als Film sehen und Szene 6 live erleben. Gleichzeitig erscheint das gesamte Passionsspiel auf unserem YouTube-Kanal.

Christiane Heinrich

Die Kirchenmusik an der Stadt- und Pfarrkirche St. Nikolai Leipzig, einer der Hauptwirkungsstätten Johann Sebastian Bachs mit der größten Orgel Sachsens, erfährt in unserer Stadt und international Ansehen und Beachtung. Die Nikolaikirche, die auch eine herausragende Bedeutung für die Friedliche Revolution von 1989 hat, ist Anziehungspunkt für Gemeindemitglieder wie Gäste aus aller Welt. Wir suchen ab dem 1. Oktober 2021 für die Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Nikolai, zu der ebenfalls die Kirche Zum Heiligen Kreuz im Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld gehört,

einen Kantor / eine Kantorin (m/w/d).

 

Sie erwartet eine A-Kirchenmusikerstelle (100%) mit Schwerpunkt Nikolaikirche und eine vielseitige Tätigkeit mit Gestaltungsspielräumen. Wir freuen uns über die künstlerische Profilierung und Weiterentwicklung der überregional beachteten Kirchenmusik. Ihnen obliegt die Gesamtverantwortung für die kirchenmusikalische Arbeit. Dazu gehört die Pflege der Orgelmusik sowie die Leitung des Bachchores. Daneben unterstützen Sie weitere kirchenmusikalische Gruppen unter eigener Leitung wie Posaunenchor und Gemeindechor. Große öffentliche Beachtung finden die jährlichen Bachfeste. Darüber hinaus jähren sich ab 2023 viele Uraufführungen Bachs in der Nikolaikirche zum 300. Mal.

Wir erwarten einen der Stelle entsprechenden kirchenmusikalischen Abschluss und die Mitgliedschaft in einer Gliedkirche der EKD. Wir suchen eine Persönlichkeit, die sich mit Freude, Engagement und Souveränität den vielfältigsten Aufgaben unserer prominenten Innenstadt-Kirche stellt. Dies umfasst sowohl das repräsentative Wirken in die Öffentlichkeit als auch das gemeindeorientierte Begleiten und Fördern der musica sacra in zeitgemäßen Formen. Ihre Bereitschaft, die eigenen pädagogischen und musikalischen Kompetenzen zu erweitern, setzen wir voraus. Idealerweise bringen Sie neben Ihrem Gespür für hohe musikalische Qualität sehr gute kommunikative Fähigkeiten und organisatorisches Geschick mit.

Angaben zur Stelle:

  • A-Kirchenmusikstelle, Dienstumfang 100%
  • Vergütung erfolgt nach den landeskirchlichen Bestimmungen (EG 13)

Angaben zur Kirchgemeinde:

  • 2.650 Gemeindeglieder
  • 2 Predigtstätten (bei 1,5 Pfarrstellen) mit 2 wöchentlichen Gottesdiensten in 2 Stadtteilen
  • 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Ephoralgemeinde

Angaben zum Dienstbereich:

  • Musikalische Gestaltung von durchschnittlich 5 Gottesdiensten pro Monat
  • Begleitung von 3 Andachten pro Woche (u. a. Friedensgebet)
  • Begleitung von durchschnittlich 15 Kasualien pro Jahr
  • Künstlerische Gestaltung von Orgelmusiken (wöchentlich) und Orgelführungen
  • Künstlerische Planung der Konzertreihen (u. a. Orgelherbst)
  • Leitung und musikalische Weiterentwicklung des Bachchores
  • Organisation und musikalische Leitung von durchschnittlich 5 kirchenmusikalischen Veranstaltungen pro Jahr (u. a. Chor- u. Orgelkonzerte)
  • Probenwochenenden
  • Nachwuchsarbeit (z. B. Kurrende) erwünscht

Ihre vollständige und ausführliche Bewerbung richten Sie bitte bis zum 2. Mai 2021 an das Ev.-Luth. Landeskirchenamt Sachsens, Lukasstraße 6, 01069 Dresden.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:

Pfarrer Stief, Tel.: (0341) 1 49 27 70, E-Mail: bernhard.stief@evlks.de und

LKMD Leidenberger, Tel.: (0351) 4 69 22 14, E-Mail: markus.leidenberger@evlks.de.

 

Den Ausschreibungstext finden Sie auch unter:
https://www.evlks.de/wir/kirchliche-berufe/stellenangebote/

Kirche gibt Raum für Nöte – neues Gebets-Angebot in Coronazeiten von evangelischer und katholischer Kirche in Leipzig und dem Institut für Praktische Theologie der Universität Leipzig

 

Im Selbstverständnis kirchlicher Arbeit liegt es, keine vorschnellen Antworten und Deutungen der Lage zu geben. Kirche öffnet Räume, in die Menschen mit ihren widersprüchlichen Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen eintreten können. Jenseits des Urteils über berechtigte und unberechtigte Anliegen oder den Streit um den politisch richtigen Weg, kommen ihre Nöte zur Sprache. Dafür, so glauben die Initiatoren des neuen Angebotes, ist es Zeit die biblischen und gottesdienstlichen Traditionen der Klage stärker zur Geltung zu bringen. In der Klage vor Gott müssen Widersprüche und Spannung nicht aufgelöst werden. Das gemeinsame Hören, Schweigen und Beten verwandelt die Dinge oft schon, vielleicht mehr, als es ein schnelles Wort des Trostes kann, das oft genug nur die eigene Ohnmacht verdeckt.

Corona will kein Ende nehmen. Seit bald einem Jahr sind Menschen in der Stadt mit Tod und Not, Schmerz und Ohnmacht konfrontiert. Sie sind selbst von der Krankheit betroffen, müssen sich um geliebte Menschen sorgen oder sogar von ihnen verabschieden, ringen in ihrer beruflichen Tätigkeit mit den Auswirkungen, leiden unter Einsamkeit, verlieren ihre Lebensgrundlage, stöhnen unter den Ansprüchen, die an sie gestellt werden, sind gepeinigt von unablässig kreisenden Gedanken. Allein die Betroffenen selbst können treffend beschreiben, wie es ihnen jetzt geht.

 

Wöchentlich jeden Freitag um 17 Uhr wird eingeladen zur „Klagezeit“ zunächst abwechselnd in der Peterskirche und der Propsteikirche. Auftakt war am 15. Januar in der Propsteikirche. Das nächste Mal wird am 22. Januar zum Gebet in der Peterskirche eingeladen. In einer reichlichen halben Stunde kommen ein oder zwei Menschen zu Wort, die von den Folgen persönlich betroffen sind. Ihre Erfahrungen werden im Gebet aufgenommen. Über die Zeit entsteht eine Mauer aus Ziegelsteinen, von denen jeder Stein für einen Bericht, eine Situation, ein Thema steht. Dorthin können Besucherinnen und Besucher auch ihre eigene Klage bringen.

 

Im Blick auf die Kontaktbeschränkungen werden wenige Menschen in der Kirche selbst teilnehmen können. Ein Online-Format unter www.klagezeit-leipzig.de bringt das Anliegen ins Netz. Dort kann das Gebet im Livestream mitverfolgt werden. Die Grenze von virtuellem und analogem Raum wird durchlässig. Gebet und Nöte der User im Internet werden real in den Kirchenraum getragen. Auf der Internetseite gibt es eine digitale Klagemauer. Die Gebete und Erfahrungsberichte der vergangenen Freitagsveranstaltungen stehen zum Nachlesen und Anschauen bereit. Hinweise auf weitere kirchliche Angebote im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Coronavirus finden sich ebenfalls.

 

Superintendent Sebastian Feydt: „Wir wollen Worte finden angesichts der bedrückenden Sprachlosigkeit: Klagen und schweigen. Im Gebet wird das möglich. In Kirchen im Herzen der Stadt. Mitten im Auf und Ab des Alltags. Stellvertretend für die Menschen in Leipzig.“

Propst Gregor Giele: „So viele Menschen gehen zur Zeit bis an den Rand ihrer Kräfte und darüber hinaus. Sie nehmen es mit dem Virus auf. Dennoch bleibt etwas übrig: der Schmerz, die Not, die erlebten persönlichen Grenzen. All das kann vor Gott gebracht werden.“

Prof. Alexander Deeg: „Kirchen sind auch ein Ort öffentlicher Trauer. Gebete in ihnen bieten die Chance, dass sich die wechselseitige Anklage in die gemeinsame Klage vor Gott wendet. Hoffnung, die diesen Namen verdient, entsteht nicht jenseits der Klage, sondern durch Klagen und Schweigen hindurch.“

 

Neues Gebets-Format Klagezeit in Coronazeiten:

  • Kooperation von Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig, Röm.-kath. Dekanat Leipzig und Institut für praktische Theologie der Universität Leipzig
  • jeden Freitag 17.00 Uhr live
  • zunächst bis Karfreitag
  • wechselnd in der Peterskirche und der Propsteikirche
  • parallel im Netz unter www.klagezeit-leipzig.de
  • im Netz auch digitale „Klagemauer“, Stücke aus dem Live-Gottesdienst, weitere Anregungen und Informationen

 

Weitere Informationen über www.klagezeit-leipzig.de oder über Lüder Laskowski, Mobil 0160/93635136, E-Mail lueder.laskowski@evlks.de

Hiermit laden wir wieder zu den Friedensgebeten in die Nikolaikirche jeweils montags, 17 Uhr, ein. Das erste Friedensgebet im Jahr 2021 wird am Montag, 11. Januar, 17 Uhr vom Gebetshaus Leipzig e.V. und Blaues Kreuz Leipzig e.V. gestaltet.

Die Friedensgebete in der Nikolaikirche stehen in der Tradition der Montagsgebete, die im September 1982 begonnen haben. Ende der 80-er Jahre waren sie ein wichtiger Baustein für die Friedliche Revolution.

Hinweisen möchten wir darauf, dass zurzeit alle Gottesdienste und Andachten in der Nikolaikirche unter einem eigenen Hygienekonzept stehen. Neben der Registrierung aller Teilnehmer am Eingang, dem durchgängigen Tragen von Masken sowie ausgeschilderten Sitzplätzen ist das Singen derzeit nicht erlaubt. Dafür bitten wir um Verständnis.

Eine Liste der Friedensgebete finden Sie auf dieser Seite.