Die Nikolaikirche wurde bis zum Jahr 2004 umfassend saniert. Allerdings blieb die Südkapelle als notwendiger Lagerraum ausgespart. Das ist schade, ist die Kapelle doch ein Kleinod innerhalb der großen Kirche, das der Gemeinde und Besuchern nicht vorenthalten werden sollte.

Die Südkapelle ist auf den niedrigeren Mauern des Vorgängerbaus vom 14. Jahrhundert in den Jahren 1470 errichtet. Sie wird durch ein spätgotisches Gewölbe mit doppelt gekehlten Rippen nach oben hin geschlossen. Im Zuge der klassizistischen Umgestaltung der Kirche in den Jahren 1784-1796 wurde die Südkapelle teilweise einbezogen. So haben der Aufgang zur Kanzel und die Aufhängung der sehenswerten Schreibmeistertafel Veränderungen erfahren. Aus dieser Zeit stammt auch die klassizistische Durchgangstür vom Chorraum der Kirche zur Kapelle. Beim großen Umbau 1901/02 wurde die Südkapelle schließlich mit einem hölzernen Paneel versehen und mit einer neogotischen Raumausmalung gestaltet. In späteren Jahren erhielt der Raum einen schlichen Anstrich in weiß und eine spärliche Ausleuchtung.

Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein ist die Südkapelle als Beichtkapelle genutzt worden. In der DDR-Zeit war sie Ausstellungsraum. Als solcher soll sie auch wieder genutzt werden. Neben einer geplanten interaktiven Ausstellung zu den Friedensgebeten soll sie nach der Wiederherstellung verschiedenen Künstlern für die Präsentation ihrer Projekte zur Verfügung stehen. Zudem soll der spätgotische Raum durch seine Formensprache und Ausmalung ein besonderer Anziehungspunkt in der Nikolaikirche werden.

Nachdem eine Bundeszuwendung aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), eine Förderung vom Freistaat Sachsen und der Landeskirche Sachsen zugesichert wurden, können die vorbereitenden Arbeiten sowie die notwendigen Ausschreibungen beginnen. Die Baumaßnahme selbst wird ab Frühjahr 2015 erfolgen. Ein Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte vorgesehen. Wenn die Friedensgebetsausstellung am 9. Oktober 2015 in der Südkapelle eröffnet werden könnte, wäre das ein besonderer Höhepunkt in der 2. Festwoche des Jubiläumsjahres „850 Jahre Nikolaikirche“. Mit Ihrer Spende können Sie zum Gelingen beitragen.